Helmstedt. Vor vier Grundstücken verlegte die Stadt Helmstedt am Buß- und Bettag insge-samt sechs "Stolpersteine". Hierbei handelt es sich um beschriftete Pflastersteine zum Ge-denken an die während des Nationalsozialismus in Helmstedt verschleppten oder geflüchte-ten jüdischen Mitbürger.
Die von Ratsmitglied Susanne Weihmann initiierte Verlegung hatte am 7. Oktober mit mehre-ren Standorten im Altstadtbereich begonnen. Die Aktion fand nun an weiteren Stellen im Stadtgebiet sowie im Ortsteil Emmerstedt ihre Fortsetzung. An jeder Verlegungsstelle wurde zum Gedenken eine Rose niedergelegt.
Für den Stolperstein vor dem Haus Schuhstraße 8 fungiert die Lademann-Realschule als Patenschule. In Emmerstedt konnte die dortige Grundschule als Patenschule gewonnen werden. „Das bedeutet nicht nur, dass die Schüler die Verantwortung für das "Wohl" des Steines übernehmen, sondern auch, dass das Thema Nationalsozialismus im Unterricht mit ganz konkreten Einzelschicksalen verbunden werden kann und damit greifbarer wird“ erläu-tert Bürgermeister Wittich Schobert die Bedeutung der Schulpatenschaften.
Bei der Verlegung zweier Stolpersteine an der Hauptstraße 13 wurde der ehemaligen Be-wohner Meta und Hugo Neuburger gedacht. Mit der Anwohnerin des Nachbarhauses, Marlies Dräger, war dabei eine Ur-Emmerstedterin anwesend, die von der Freundschaft ihrer Mutter mit der benachbarten jüdischen Familie berichten konnte.