Die Stadt Helmstedt trauert um ihren langjährigen Ehrenbürgermeister und Ehrenbürger Hans-Otto Kieschke, der am 24. Januar 2022 im Alter von 98 Jahren verstorben ist.
Der Verstorbene hat viele Jahrzehntelang in höchstem Maße für das Allgemeinwohl in der Stadt Helmstedt gewirkt und sich mit großem Engagement und viel Herzblut auf dem politischen, kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Sektor engagiert. Sein Name und sein Wirken bleiben mit unserer Stadt untrennbar verbunden.
„Während eines Empfangs an seinem 95. Geburtstag im März 2018 würdigten alle Redner nicht nur die politische und gesellschaftliche Lebensleistung des früheren Bürgermeisters Hans-Otto Kieschke, sondern auch dessen Charakter und unermüdlichen Tatendrang“, berichtet Bürgermeister Wittich Schobert. Mit seiner Arbeit ist er zu einem leuchtenden Vorbild für alle Helmstedterinnen und Helmstedter geworden.
Von 1975 bis 1991 war Kieschke Bürgermeister von Helmstedt. „Für unsere Stadt war es ein großer Glücksfall, dass Hans-Otto Kieschke nach dem Zweiten Weltkrieg und nach seiner kaufmännischen Lehre in Göttingen nach Helmstedt kam. Denn er hat hier nicht nur mit großem Unternehmertum wirtschaftliche Meilensteine gesetzt, sondern auch seine politische Schaffenskraft zum Wohle der Stadt eingesetzt“, würdigt Schobert die Verdienste des Verstorbenen. Eine erste offizielle Würdigung für seinen selbstlosen Einsatz erhielt der Verstorbene im Jahr 1994 mit der Verleihung des Titels eines Ehrenbürgermeisters. In Helmstedt war dies die erste Verleihung eines solchen Titels.
Einige Helmstedter können sich sicher noch an die von ihm ins Leben gerufene Aktion „Nacht der guten Taten“ erinnern, die in den 70-er und 80-er Jahren des 20. Jahrhunderts das Ziel hatte, Spenden für einen guten Zweck zu sammeln. Dank seiner historisch gewachsenen Kontakte zur Bundewehr wurde das Kulturprogramm der Stadt mit den regelmäßigen Konzerten des Heeresmusikkorps Hannover bereichert.
Gewissermaßen als sein „Denkmal“ im besten Sinne des Wortes ragt die gusseiserne Skulptur „La Voute des Mains“ an der Autobahn A 2 unweit der ehemaligen Grenzübergangsstellte Marienborn hervor. Seinem Engagement als Vorsitzender des Vereins Denkmal Deutsche Einheit e. V. ist zu verdanken, dass die erforderlichen Finanzmittel für die Skulptur innerhalb weniger Monate zusammengekommen sind.
Das kraftvolle und unermüdliche Wirken Kieschkes wird auch an den Beispielen des wiedererrichtenden Türkentors am Ludgerihof sowie an der historischen Lokomotive als Spende der früheren Braunschweigischen Kohlen-Bergwerke an der Goethestraße sichtbar.
Ein wichtiges Anliegen Kieschkes war es, durch die Begegnung der verschiedenen Kulturen dazu beizutragen, das Zusammenwachsen der Menschen in einem vereinten Europa immer weiter zu fördern und zu vertiefen. Sein Engagement als Vorsitzender des Helmstedter Partnerschaftsvereins bildete eine wichtige Basis für eine fruchtbare Vereinsarbeit.
Mit der Gründung der „Bürgermeister-Kieschke-Lions-Hilfswerk-Stiftung“ unterstrich Kieschke seine beispielhafte Förderung des Gemeinwesens und seinen vorbildlichen Bürgersinn. Die Stiftung hat u. a. mehr als 30 Kinderfeuerwehren mit Bekleidung ausgestattet. „Wenn irgendwo die öffentlichen Gelder nicht reichten, war sich Hans-Otto Kieschke nicht zu schade dafür, durch persönliche Ansprache Gelder bei potentiellen Spendern und Sponsoren zu akquirieren“, denkt Bürgermeister Wittich Schobert an Kieschke zurück.
Eine Hainbuche auf dem Gröpern, die Kieschke anlässlich seines 95. Geburtstages von der Stadt geschenkt bekam, erinnert mit einer Tafel an die Verdienste des Helmstedter Ehrenbürgermeisters und Ehrenbürgers.